
Zwei Tage, die das Leben für immer verändern
Genau zwei Tage brauchte es, um Lydias jahrelangem Leid ein Ende zu machen. Denn so lange war Lydia blind durch Grauen Star. Fünf Jahre, in denen sie ihre Enkel nicht sehen konnte. Fünf Jahre, in denen sie immer abhängiger von anderen wurde. Fünf Jahre, in denen sie nicht einmal mehr für sich kochen konnte. Wenn Sie wissen möchten, was während dieser beiden Tage geschehen ist, begleiten Sie Lydia doch einfach bei ihrer Reise.
Fünf Jahre lang wurde Lydia Sehkraft immer schlechter. Als CBM-Mitarbeiter Steve in Lydias kleines, abgelegenes Dorf in Malawi kommt, ist sie blind. Im Auftrag der CBM sucht Steve nach Menschen, die medizinische Hilfe brauchen - und findet Lydia. Beim Sehtest stellt sich heraus, dass Lydia nicht einmal das große E auf der Tafel erkennen kann.
Steve nimmt eine erste Untersuchung vor. Sein Verdacht: Lydia hat Grauen Star und muss dringend operiert werden. Doch die 56-Jährige hat große Angst vor der Operation in der 70 Kilometer entfernten Klinik. Sie befürchtet, man könnte ihr die Augen entfernen!
Doch Steve schafft es mit viel Einfühlungsvermögen, Lydia davon zu überzeugen, dass ihre Sorgen unbegründet sind. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zur CBM-geförderten Nkhoma-Augenklinik, wo Augenärztin Dr. Tamara Chirambo Nyaka Lydias Augen gründlich untersucht. Das Ergebnis bestätigt Steves Verdacht. Lydia hat auf beiden Augen Grauen Star.
Dr. Chirambo Nyaka setzt die OP für den nächsten Tag an. Zunächst ist Lydia voller Zuversicht: "Ich glaube, dass die Operation das Beste für mich ist." Als sie dann den OP-Saal betritt, ist die Angst wieder da. Alles ist so ungewohnt und ein bisschen furchteinflößend. Doch die Ärztin schafft es, Lydia zu überzeugen und die OP beginnt.
Eine aufwühlende Nacht liegt hinter Lydia: Sorge wechselte sich mit Hoffnung ab. Ist alles gutgegangen? Werde ich wieder sehen können? Dann ist der Moment der Wahrheit gekommen: Dr. Chirambo Nyaka nimmt vorsichtig den Verband ab.
Und dann ist der da: Der Moment, der Lydias Leben für immer verändert. Sie kann sehen! Vor Freude kann sie gar nicht mehr aufhören zu lachen. "Ich hatte so große Angst, dass ich zuerst nicht wollte, dass die Ärztin mich auch nur berührt. Doch jetzt sehe ich alles! Ich kann es kaum erwarten, dass die Ärztin mein zweites Auge heilt."
Die OP an Lydias anderem Auge findet gleich am folgenden Tag statt - und verläuft ebenso reibungslos wie die erste Operation, sodass Lydia wieder zurück nach Hause darf. In ihrem Dorf angekommen, dauert es nicht lange, bis ihre Enkel sie umringen. Lydia kann es kaum glauben: "Ich bin so glücklich, dass ich meine Enkel sehen kann."
"Ich werde allen erzählen, dass sie in das Krankenhaus gehen sollen, wenn sie ihr Sehvermögen verlieren", versichert Lydia. Und sie fügt hinzu: "Ich bete für die Mitarbeiter des Krankenhauses. Und ich bete für all die Spender, die blinden Menschen wie mir helfen!"